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Ratgeber Obstbaumschnitt im Winter

Bei frostfreiem und trockenem Wetter können Kernobstbäume wie Äpfel, Birnen und Quitten im Januar bis Ende März geschnitten werden. Diese Frühjahrskur hält die Bäume nicht nur schön, sondern auch gesund: Das stabile Tragegerüst des Baums bleibt erhalten und der Schnitt sorgt für eine reichliche Ernte, da er den Ansatz von Früchten fördert.

Durch einem Obstbaumschnitt bei Kernobst im Winter erhält man langlebigere und leistungsfähigere Bäume, zudem startet auch der Ertragsbeginn früher. Da sich die Bäume zu dieser Jahreszeit in der Ruhephase befinden und kein Laub tragen, kann man den Wuchs und die einzelnen Triebe besser erkennen und der Schnitt fällt so leichter. Nach dem Schnitt haben die Bäume zudem ausreichend Zeit sich davon zu erholen und neu auszutreiben. Und je stärker der Schnitt, desto kräftiger treibt der Baum aus. Dank des Winterschnitts bekommen die Früchte mehr Licht, was wiederum für eine höhere Fruchtqualität sorgt und Früchte besser ausfärben lässt. Steinobst wie Kirschen werden übrigens nicht im Winter, sondern im Sommer nach oder zur Ernte geschnitten.

Wuchsgesetze

Für einen richtigen Schnitt ist auch das Erkennen von Jahrestrieben und Fruchtholz, sowie der Unterscheid zwischen Blatt- und Blütenknospen wichtig. Jahrestriebe bilden je nach Sorte, Obstart und Position mehrheitlich Blattknospen. Am mehrjährigen Holz befinden sich dagegen meistens viele Blütenknospen. Diese sind größer, ausgeprägter und auch dicker als Blattknospen. Bei jungen Bäumen ist die Blütenknospenbildung schwach, da sie aufrecht und stark wachsen. Da ältere Bäume und deren Triebe eher schwach und auch flach wachsen, haben sie eine starke Blütenknospenbildung. Hierfür sind die Wuchsgesetzte eine gute Orientierung:

  1. Liegt ein Trieb höher, wächst er schneller.
  2. Ein steiler Trieb wächst stärker als ein flacher.
  3. Ein dicker Ast wächst stärker als ein dünner
  4. Ein Ast mit vielen Seitentrieben entwickelt sich stärker als einer mit wenigen Trieben.

 

Erziehungsschnitt bei jungen Bäumen

Da die Triebe der jungen Bäume kräftig und eher aufrecht wachsen, bilden sie zunächst keinen oder nur einen geringen Ertrag und sie werden in den ersten Jahren gezielt, aber gemäßigt geschnitten. Es wird der sogenannte Erziehungsschnitt vorgenommen, durch den die Äste eine möglichst waagerechte Ausbildung bekommen und alles gut besonnt wird. Dafür wird der Mitteltrieb des Baumes etwas 20 cm höher abgeschnitten als die drei bis vier kräftigen Leitäste, die zu den Seiten wachsen. Die Leitäste sollten alle auf der gleichen Höhe Enden, damit der Baum sich gleichmäßig entwickelt. Zusätzliche Konkurrenztriebe werden entfernt.

Erhaltungs- bzw. Verjüngungsschnitt bei älteren Bäumen

Als erstes müssen Konkurrenztriebe, also Triebe, die gerade dabei sind den Mitteltrieb oder die Leitäste zu überwachsen, entfernt werden. Danach werden die Wasserschosse, also nahezu senkrecht wachsende Triebe, die sowieso keine Früchte tragen und herabhängende abgetragene Äste sowie übereinander reibende Triebe entfernt. Abgestorbene und kranke Treibe werden bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten. Zum Schluss wird die Krone noch etwas ausgelichtet, falls sie zu dicht ist. Wurde der Obstbaum einige Jahre nicht beschnitten, ist ein Verjüngungsschnitt fällig. Dieser regt alte Bäume an, wieder neue Triebe auszubilden. Bei diesem Schnitt dürfen auch größere Äste entfernt werden, die die bisherigen Leitäste überragen. Falls ein Astbruch droht oder die Statik des Baums nicht mehr ausgewogen ist, dürfen auch die Leitäste gekürzt werden.

Das passende Werkzeug

In unseren Bellandris-Centern bieten wir eine große Auswahl an Werkzeug der unserer Eigenmarke Landwerker an, die sich hervorragend für den Obstbaumschnitt eignet. Um zum Beispiel junge Triebe, also Zweige bis ca. 1,5 cm Durchmesser, zu entfernen, benötigt man eine Gartenschere. Bypass-Scheren mit aneinander vorbeilaufenden Klingen sind eine gute Wahl für den Schnitt von jungen Trieben, Amboss-Scheren eignen sich besser für ältere und harte Triebe. Für dickere Äste benötigt man eine Astschere. Mit einer Bügelsäge mit verstellbaren Sägeblatt kann man wunderbar exakt entlang eines Astrings sägen, mit einem Modell am langen Stil funktioniert dies auch bequem vom Boden aus. Um auch an schwer zugängliche Stellen zu gelangen lohnt sich außerdem eine Stichsäge.

Fehler vermeiden

Radikale Schnitte dürfen, um nistendeVögel zu schützen, nur bis zum 1. März vorgenommen werden. Der Schnitt sollte nicht an regnerischen Tagen erfolgen, da Feuchtigkeit eine gute Wundheilung verhindert. Bedeckte, aber trockene Tage sind ideal. Bei trockenem, kaltem Wetter können Sporen von schädlichen Pilzen auch nicht so leicht übertragen werden wie bei feuchtem Regenwetter. Auch bei Temperaturen unter -5 Grad sollte der Schnitt nicht erfolgen, damit der Baum nicht leidet. Außerdem ist es wichtig, immer scharfes und sauberes Werkzeug zu verwenden, damit die Triebe glatt abgesägt und nicht gequetscht werden. Die Rinde sollte ebenfalls nicht eingerissen werden. Auch unsaubere Schnittkanten sollten vermieden werden, da an ihnen leichter Pilze und Keime entstehen.

Wundverschluss

Bei allen Schnittmaßnahmen ist eine saubere Schnittführung sehr wichtig! So werden auch Wundschutzmittel überflüssig. Sollte doch mal ein Ast abbrechen oder ein ungepflegter Baum von einem Vorbesitzer übernommen werden, muss natürlich gehandelt werden. Es dürfen aber keine „Stummel“ stehenbleiben, nur der sogenannte „Astkragen“, den man an seinem wulstartigen Ring erkennen kann. An dieser Stelle befindet sich direkt unter der Rinde das Kabium, also wuchsfreudiges Gewebe. Ausgefranste Rinde am Rand der Schnittwunde wird mit einem scharfen Messer geglättet. Dann wird nur der äußere Rand der Wunde mit einem Wundverschlussmittel bestrichen.